Bevor Du davon ausgehst, dass Du zu wenig Milch hast, lohnt sich ein genauer Blick. Häufiges Stillen, besonders in den ersten Tagen und Wochen, ist vollkommen normal. Dein Baby und du bringen einander in Einklang und ihr reguliert gemeinsam die Milchmenge und -zusammensetzung optimal auf die Bedürfnisse Deines Babys abgestimmt. Stillen bedeutet nicht nur Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, sondern sehr viel mehr: Wärme, Sicherheit, Trost, Nähe, Schmerzlinderung, Bindungsaufbau und Regulation. Deshalb ist das Stillen eine so wertvolle Unterstützung für Dein Baby. Zudem haben Babys kleine Mägen und verdauen Muttermilch schnell, deshalb möchten sie besonders zu Beginn häufig in kürzeren Abständen trinken.
Das sogenannte Clusterfeeding, also sehr häufiges Stillen in bestimmten Phasen, wird oft fälschlicherweise als Zeichen für zu wenig Milch interpretiert. Wenn Dein Baby plötzlich häufiger und in kurzen Abständen an die Brust möchte und insbesondere in den Abendstunden ein regelrechter Still-Marathon beginnt, signalisiert die erhöhte Nachfrage deinem Körper, die Milchmenge zu regulieren und dem steigenden Nährstoffbedarf Deines Babys anzupassen. Clusterfeeding kann kräftezehrend sein, ist jedoch ein natürlicher und vorübergehender Teil der Stillbeziehung, der in den ersten Lebenswochen und während Wachstums- und Entwicklungsschüben auftritt.
Ein weiteres Missverständnis betrifft das Gefühl der Brust. Viele Mamas erwarten, dass sich die Brust dauerhaft voll und gespannt anfühlen muss. Doch nach den ersten 6-8 Wochen reguliert sich die Milchbildung. Die Brust fühlt sich weicher an, produziert aber weiterhin ausreichend Milch. Auch die Menge, die beim Abpumpen gewonnen wird, sagt wenig über die tatsächliche Milchmenge aus, da ein Baby meist effektiver trinkt als jede Pumpe.
Ein verlässlicher Hinweis auf eine ausreichende Milchversorgung ist die Gewichtsentwicklung Deines Babys. Wenn Dein Baby regelmäßig zunimmt, mehrere nasse Windeln pro Tag sowie regelmäßigen Stuhlgang hat und insgesamt wach und gesund wirkt, spricht vieles dafür, dass genug Milch vorhanden ist.